Eine Vision für Göschenen gemeinsam erarbeiten
Alpine Kleinräumigkeit, dominanter Tunnelbau und naher Tourismus-Boom – Göschenen ist eine Gemeinde mit Herausforderungen, die ihresgleichen suchen. Umso spannender macht es dies für OSRI, mit der Bevölkerung auf 1102 m ü. M. ein Siedlungsleitbild zu entwickeln.
Siedlungsleitbilder sind Planungsinstrumente auf kommunaler Ebene. Darin geben sich Gemeinden eine Vision zur Entwicklung ihres Orts, womit behördenverbindliche Weichen für die Nutzungsplanung gestellt werden. Die Urner Gemeinde Göschenen, wo sich aktuell die Grossbaustelle für die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels befindet, steht am Anfang dieses Prozesses. OSRI unterstützt den Gemeinderat dabei und stellt sicher, dass ein adäquater Einbezug der Bevölkerung gewährleistet ist. Denn schliesslich machen die Menschen ein Gemeinwesen aus und eine Entwicklungsperspektive für den Ort muss am Ende von der Stimmbevölkerung abgesegnet werden.
Dorfkern, Bahnhof, Wohnen
Im Fokus in Göschenen liegt vor allem der Dorfkern, das Bahnhofsareal sowie das Wohnraumangebot bzw. dessen künftige Entwicklung. Der Tourismus schwingt bei allen Themen mit, sei es beim Naherholungsgebiets Göscheneralp oder dem fehlenden Gastronomieangebot, vor allem aber mit der boomenden Destination Andermatt vor der Haustüre.
Tunnelbau, aber nicht mehr lange
Ein Sonderfall in dieser Gemeinde ist die dominante, überwiegend temporäre Infrastruktur der jahrelangen Tunnelbaustelle. Viele der Tunnelbauer:innen wohnen hier während ihrer Arbeitseinsätze in teils eigens dafür erstellten Unterkünften. Der Umgang mit dieser Infrastruktur nach der Vollendung des Strassentunnels bringt spannende Fragen mit sich: Wer soll hier danach wohnen? Was sind die Ansprüche an diesen Wohnraum? Und was soll das kosten?
Partizipatives Vorgehen
Das Vorgehen bis zum vollendeten Siedlungsleitbild wurde im Vorfeld im persönlichen Austausch mit dem Gemeinderat festgelegt. Dabei ist OSRI auf die örtlichen Gegebenheiten eingegangen und hat individuell für Göschenen einen Prozess entworfen, der neben den Sitzungen der Ortsplanungskommission zweimal einen Einbezug der Bevölkerung vorsieht. Unter Einhaltung eines getakteten Zeitplans, der alle Ferien und Abwesenheiten der Involvierten berücksichtigt, können so zwei Ziele erfüllt werden: die adäquate Mitsprache der Bevölkerung und ein Prozessabschluss innert Jahresfrist.
Mario Stübi, OSRI AG